Richtiges Lüften, Schimmelgefahr minimieren
– Frischer Wind in den Wohnungen

Die Energieeinsparverordnung fordert luftdichtes Bauen bzw. Renovieren zum Senken des Energieverbrauches. Daher kommt der Lüftung aus hygienischen und bauphysikalischen Gründen immer mehr Bedeutung zu. Lüften von Gebäuden ist unverzichtbar.

Ein hygienisch einwandfreier Luftzustand erfordert unter anderem die Abfuhr von Kohlendioxid (CO2) und von Wasserdampf aus der Raumluft. Zuviel CO2 in der Raumluft bewirkt, was man umgangssprachlich als „verbrauchte“ Luft bezeichnet und es geht Müdigkeit und Unwohlsein damit einher. Zuviel Wasserdampf in der Raumluft ist das versteckte Risiko von Schimmelbildung und Bauschäden. Wasserdampf wird in bewohnten Räumen in großen Mengen produziert und von der warmen Luft aufgenommen. Ein 4-Personen-Haushalt produziert durchschnittlich 10-15 Liter Wasser pro Tag. Diese Menge muss weggelüftet werden um Feuchteschäden zu vermeiden.

Einbau einer Lüftungsanlage

Einbau einer dezentralen Lüftungsanlage

Von ausreichendem Luftwechsel spricht man, wenn mehrmals täglich die Luft ausgetauscht wird. Dieses konsequente Lüftverhalten ist manuell, d.h. mit Fensterlüftung, kaum zu realisieren und meist Ausgangspunkt von Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter bei Feuchteschäden bzw. Schimmel in Mietwohnungen. Um solchen Streitigkeiten schon frühzeitig aus dem Wege zu gehen und auch ein hygienisches Wohlbefinden sowie Energieeinsparung zu realisieren empfiehlt es sich geregelte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung zu installieren.



Diese werden als zentrale- oder dezentrale Systeme angeboten. Zentrale Lüftungsanlagen können im Zuge von Sanierungsmaßnahmen eingebaut werden. Bei größeren Wohnblöcken oder zum nachträglichen Einbau eignen sich dezentrale Lüftungsanlagen. Zentrale- und dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung übernehmen den notwendigen Luftaustausch, verbessern dadurch deutlich die Qualität der Raumluft, tragen zur deren Entfeuchtung bei sowie leisten einen Beitrag zum Energiesparen.

Einbau einer Lüftungsanlage

Fertiggestellte dezentralen Lüftungsanlage

Frischen Wind in die deutschen Wohnungen bringt jetzt auch die so genannte Lüftungsnorm. Diese verlangt die Erstellung eines Lüftungskonzepts für Neubauten und Renovierungen.

Bei Sanierungen ist ein Konzept notwendig, wenn bei Ein- und Mehrfamilienhäusern mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet werden.

Das Lüftungskonzept umfasst die Feststellung der Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen. Erste und wichtigste Frage bei der Erarbeitung des Konzepts ist, wie die Lüftung zum Feuchteschutz unabhängig vom Nutzerverhalten sicher gestellt werden kann.

Dies zeigt, dass nicht nur die Energieeinsparung im Vordergrund steht sondern auch die Wohnraumhygiene und Behaglichkeit. Daher ist bei jeder geplanten Veränderung sowohl im Eigenheim und vor allem in vermieteten Objekten eine Energieberatung im Vorfeld sehr sinnvoll.